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Turnhalle gegen Wohnungen?

Tapes from Africa - Sun, 2014-07-27 12:59

Baustadtrat Carsten Spallek würde gern auf dem Gelände der Vineta-Grundschule im Brunnenviertel eine neue Turnhalle bauen. Die Fianzierung soll nach seinen Plänen zu einem Teil über die möglichen neuen Projektentwickler ps wedding erfolgen. Turnhalle gegen Wohnung könnte man den Handel zusammenfassen. Am Rande der Spielplatzeröffnung des Lokspielplatzes am 9. Juli sprach Baustadtrat Carsten Spallek mit Kiezreporter Andrei Schnell auch über die Zukunft des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums. Die orange Schule steht seit 2011 wegen Asbestproblemen leer. Carsten Spallek hat hier 1992 sein Abitur abgelegt. Gegenwärtig bemüht sich das Projekt ps wedding mit finanzieller Hilfe einer großen Stiftung, das gesamte Schulgelände zu einem Modellprojekt zu entwickeln. Es soll ein Nachbarschaftszentrum, Raum für eine Bibliothek, ein Gemeinschaftsgarten und eine Kita geben. Und außerdem soll preiswertes Wohnen mit rund 250 Wohnungen durch Neubau entstehen, wenn es nach Oliver Clemens, Sabine Horlitz und Bernhard Hummel, den Menschen hinter ps wedding geht.

Carsten Spallek bei der Eröffnung des Lokspielplatzes

Laut Konzept von ps wedding soll die orangefarbene Sporthalle, die übrigens nach wie vor in Nutzung ist und von Vereinen auch stark nachgefragt wird, erhalten bleiben. Carsten Spallek denkt über eine neue Turnhalle im Karree nach, “eventuell auch zweistöckig”. Diese soll auf dem Gelände der nicht weit entfernten Vineta-Grundschule errichtet werden. Denkbar wäre eine Finanzierung über Sanierungsmittel der bestehenden Turnhalle. Dazu kämen Mittel aus dem Baufonds des Bezirkes. Und zudem soll sich der Projektträger ps wedding an den Kosten des Neubaus beteiligen. Denn schließlich, so das Argument des Baustadtrates, könne der jeweilige Projektträger dann die Turnhalle abreißen und den Wohnanteil auf dem Schulgelände erhöhen und “noch einen Euro verdienen”.

Die orange Schule, die nicht mehr Diesterweg Gymnasium heißt, da nun die Schule in der Böttgerstraße diesen Namen trägt, ist eine architektonisch ungewöhnliches Gebäude. Der Retro-Stil der 70er Jahre polarisiert, einige sind Fans, andere finden das Gebäude unglaublich unschön. Das Projekt ps wedding, so sie vom Bezirk den endgültigen Zuschlag erhalten, will die ungewöhnliche Anmutung erhalten.

Das ehemalige Diesterweg Gymnasium

Übrigens: Der Bezirk, konkret die Bezirksverordneten (BVV), hat beschlossen, statt dass das Schulgrundstück nicht verkauft werden soll, sondern in Form eines Erbbaurechtsvertrages an den neuen Träger übergeben wird.

Autor: Andrei Schnell


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Kameruner Straße Kiez

Tapes from Africa - Wed, 2014-07-23 07:47

Bantou Village, Kameruner Str.

Auf einigen Straßenkarten endet der Wedding mittendrin. Mitten im Leben. Ich hab’s gesehen. Er endet mit der Seestraße. Nördlich genau genommen. Nördlich vom Brüsseler Kiez. Wer hat diese Karte wohl in Druck gegeben? Auch nördlich der Seestr. ist’s noch immer der Wedding. Der kleine Streifen bis zur Transvaalstr. zum Beispiel. Noch nicht ganz das Afrikanische Viertel und dessen Gesicht, aber doch ganz der Wedding mittemang. Ein schöner Zwischenstop für die Müllerstr. immerhin. Bevor es weiter in Richtung Reinickendorf geht. Und wer einmal in Reinickendorf war, der kommt gern hierher zurück. Nicht wegen der Bowlingbahn, nicht wegen dem Kino, sondern der schönen Dinge wegen.

Der Wedding schläft

Wer das Leben sucht, der wird’s auch finden. Tagsüber. Abends. Nachts. Nördlich. Die Kameruner Str. hat Potential hierfür. Der letzte Besuch im Weddingweiser schon über ein Jahre her. Hier – Zeit für ein Update. Ein Zentrum in Randlage, besser: im Übergang. Manche meinen im Niemandsland. Dazwischen. Nicht das Café. Meile mittemang. Zwischen Müller- und Togostr., zwischen Restaurant und Dönerpavillion, zwischen Späti und Coiffeur. Mindestens drei davon. Der Lieblings-Coiffeur von Massiv sei auch dabei. Im Bild aber nicht zu sehen.

Marschrichtung Nord. Irgendwo zwischen Müller- und Afrikanische Str. Zwischenstop. Wer hier versucht, um 3:00h morgens Milch und/oder Bier zu kaufen, der wird merken, der Wedding ist nicht immer wach. Keine Stadt in der Stadt, die niemals schläft. Das liegt ihm nicht. Nur ausgesuchte Spätis sind zu später Stunde noch geöffnet. Nicht selten hab’ ich das Geld einem Schlafenden auf die Kasse gelegt. Nicht immer passend, muss ich gestehen. Aber wer schläft, den weckt man nicht. Das hat meine Großmutter mich gelehrt.

Von Lingua franca bis Lüderitz

Kameruner Str. Eine Meile im dazwischen. Im vorderen Teil schon gleich wird’s international. Menschen aus den Länder Afrikas, lingua franca französisch. Und deutsch. Hier trifft man sich. Im Politischen bei AfricAvenir, im Bantou Village, in der sympathischen Monimba Lounge und bei Monsieur Ebeny natürlich auch. An dessen neuem Platz. Auf gleicher Höhe aber auch, was andere vielleicht die einzigartige Mischung im Wedding nennen: zwei Etablissements des horizontalen Gewerbes. Deutlicher wird es nicht werden. Die Mischung eben macht’s. Was des nachts im Gewerbe passiert, vermag ich nicht zu sagen. Auf der Straße jedenfalls ist der Wedding ausgelassen.

Café Lüderitz. Ja, das gibt es auch. An den Scheiben nennt sich’s Frederick’s. Das koloniale Erbe wurde den Machern später erst klar. Also nennt sich’s Frederick’s. Eine moderne Café-Bar an der Ecke, obwohl neu ist sie Teil des Ganzen. Manche sage, es sei ein Raumschiff. Es wolle nicht so recht passen. Seine Gäste aber sehen recht bodenständig aus. Der Name erinnert mich an eine Nachbarin. Vor einiger Zeit schon ist sie ausgezogen. Raus aus’m Wedding. Die Polizei fragt bis heute nach einem ihrer Verflossenen. Ein Blick in die Facebook-Freundesliste der Betreffenden könnte Name und Aufenthaltsort des Gesuchten schnell ergründen. Die Kontaktbeamtin wird glücklich sein, wenn sie erfährt, dass sie demnächst an der Westküste Australiens tätig werden wird.

Späti, Blickrichtung Lüderitzstr.

Kunst und Späti-Kultur

Tritt man über die Straße mit dem Namen Lüderitz, so ändert sich der Eindruck und das ganz radikal. Und ich spreche nicht von der irreführenden Dichte Deutschlandfahnen, die im Winkel kurzzeitig erscheinen. Ich spreche von der Straße selbst. Dem Leben. Vor dem Atelier Anna Kiryakova. Menschen, gut gekleidet, leger, englisch sprechen sie. Und deutsch. Ob die auch hier wohnen, frage ich mich. Einige von ihnen sicherlich. Es gibt Häppchen. Oliven, Tomaten, das hors d’ouevre Programm. Für einen Moment beschleicht mich das Gefühl, dass diese Menschen sich auch im Frederick’s wohlfühlen könnten, sie den Charme der Straße gegen den einer Bar jedoch bevorzugen. Das habe ich schon öfter erlebt. In Neukölln zum Beispiel. Noch nicht allzu lange her. Doch bange muss einem nicht sein. Der Wedding ist nicht Neukölln. Das Klischee bemühen, hier im Wedding täte sich was, das will ich nicht. Liegt mir auch gar nicht. Urbane Räume sind in Bewegung. Das ist ihre Natur. Hören sie auf damit, wie soll man’s nennen? Das Kastanienallee-Syndrom?

Möchte man Distanz zu alledem wahren, skeptisch bleiben, die anliegenden Spätis bieten ein umfangreiches Sitz- und vor allem Getränkeangebot. Dabei zu sein ohne sich beteiligen zu müssen. Die Entwicklung abwarten. Aus der Ferne beobachten. Und doch irgendwie dabei sein. Bodenhaftung wahren. Mit zwei Beinen in der Kiezstruktur. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Die unabdingbare Dönerbude wie Shisha-Bar erledigt den Rest. An der Ecke Togostraße dann aber findet’s seinen Ausklang. Mancher Tourist findet’s hier des nachts schon recht dunkel. Hier, hinter’m Bioladen. Hinter der Scriptings Galerie. Dort, wo man gern mit Gästen öffnet. Auch aus anderen Bezirken. Eine Ausstellungseröffnung als Bordsteinfest. Mit Grillgut. Dann und wann gehört’s dazu, bevor die Straße ihren Ausklang findet.

Bauernhofladen, Togostr.

Wer hingegen zeitig in der Kameruner Str. streunert, am Wochenende beispielsweise oder bei Tageslicht, der kann im Frac du Lac nach passendem Outfit stöbern. Oder in den angrenzenden Straßen Passendes suchen. In der Montagehalle oder dem Bauernhofladen ohne Namen zum Beispiel. In letzterem natürlich keine Kleidung, sondern Nahrungsmittel. Nicht täglich vielleicht. Aber dafür natürlich gewachsen und ehrlich.

 

Im wahren Leben Geschichtspädagoge, schreibt Tobias als Johnny einmal wöchentlich unter http://weddingerberg.de einen Elternblog. Aus Papa-Sicht. Worum es geht? Über die ersten Grundschritte als Vater, über das Leben mit einer töchterlichen Naturgewalt und die Fragen, die dieses radikal neue Leben aufwirft. Über den Hauch Prenzlberg im Wedding. Über den Alltag im Afrikanischen Viertel. Schreiben, ohne erhobenen Zeigefinger. Manchmal mit einem Augenzwinkern. Manchmal ohne. Bevorzugt dienstags im Blog, ansonsten täglich frisch als @weddingerberg auf Twitter zu finden.


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Die Kolumne: Gewinn fürs Leben

Tapes from Africa - Mon, 2014-07-21 06:30

Das Erzählcafé im Bürgersaal der Berliner Baugenossenschaft in der Malplaquetstr. 15a sollten Sie unbedingt mal besuchen. Chefin Regina Scheer stellt Weddinger vor, von denen die meisten nicht unbedingt zu unserem Alltag gehören. Die Begegnung, das Gespräch mit diesen Menschen aber machen das eigene Leben reicher. Am 26. Juli ab 15.00 Uhr zum Beispiel kommt Jürgen Schaffranek. Als Sozialarbeiter hat er jahrelang in Projekten mit drogenabhängigen Jugendlichen gearbeitet. Er liebt seinen Job, der mit Enttäuschungen verbunden ist, aber immer auch mit glücklichen Momenten. Ein typischer Weddinger also.

Autor: Ulf Teichert

 

 

 

 

 


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Die Kolumne: Heterogene Sehnsucht

Tapes from Africa - Sat, 2014-07-19 10:53

Vom Tanzen und vom Pflanzen

Das Ufo ist längst wieder weg. Für ein paar Tage gastierte die Fashion Week in Wedding. Und siehe da: Unser Bezirk ist noch genauso reudig-liebenswert wie ehedem. Viel “gefährlicher” sind da solche auf Dauer angelegten Projekte wie die Uferstudios, die Osram-Höfe oder das Himmelbeet. Dort sind Menschen zugange, die es doch tatsächlich darauf anlegen, nicht nur sich selbst zu verwirklichen, sondern auch den Wedding ein bisschen besser und lebenswerter zu machen. Das Verrückte: Entgegen aller Vermutungen beweist die großartige Resonanz auf Tanztage, Fastenbrechen auf dem Leo, Designer auf der Brunnenstraße oder Tomatenpflanzen am Ruheplatz, dass es im heterogenen Wedding ganz offensichtlich eine gemeinsame Sehnsucht nach Veränderung gibt. Und immer mehr Menschen bereit sind, diese auch aktiv zu gestalten.

Autor: Ulf Teichert


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Die kleene Weddingerin und das Virchow-Klinikum

Tapes from Africa - Fri, 2014-07-18 08:14
Informationsabend für werdende Eltern

Jeden ersten Dienstag bei Sonnenuntergang. 19:00h. Informationsabend im Virchow-Klinikum. Pavillon Mittelallee 10. Für werdende Eltern. Mit Kreißsaalbesichtigung. Intern favorisiere man seit Neuestem eine andere Bezeichnung. Geburtssaal. Das sei passender, heißt es. Chefarzt, Stationsleitung, Hebammen. Ein in die Jahre gekommener Laptop unbekannter Marke übernimmt das Programm. Im Publikum eine schwangere Frau. Ohne Partner und völlig allein. Nein, die Arme. Wie schlimm. Und siehe, auch das überhebliche Mitleid der Komparsen aller Sitzreihen hinter ihr hatte sich eingefunden. Man zeigt natürlich nicht mit Fingern. Beispiel-Eltern in spe. Man übt sich als Vorbild. Tuschelt. Das Ensemble also, es scheint komplett. Hörsaal 6 bis auf den letzten Platz gefüllt. Ich blätter’ durch’s Programm. Es geht los. Erster Aufzug. Erster Satz.

Prof.Dr.med. Stationsarzt versichert, 90% der Väter seien bei der Geburt des Nachwuchses präsent. Im Kreißsaal. Den Geburtssaal meint er bestimmt. Im Wunderland. Uns aber erschien das immer unpassend. Denn wir sind die Anderen. Die Aussätzigen. Zehn Prozent. Ich blättere weiter, warte auf die Getränkekarte. Unauffällig. Seitdem wir wussten, dass wir das Freilos für die Arena des Elternseins gezogen hatten, wussten wir auch, diese wundersame Welt sollte nicht unnötig mit geburtlichen Details belastet sein. Mythisch und aufregend sollte sie bleiben. Welch guter Plan. In der Theorie. “Ein Sonntagskind” war in dieser Theorie nicht vorgesehen. Wir entscheiden bewusst für eine moderne Klinik. Mit Neonatologie. Darüber hinaus in der Nachbarschaft gelegen. Schaut man an diesem Abend durch die Reihen, ein Großteil der Hörerschaft scheint aus umliegenden Bezirken. Ansonsten müsste man annehmen, der Wedding sei bereits angekommen, in der schönen neuen Soja-Latte-Welt.

Auf dem Weg in die Geburtsklinik

Sonntag Morgen, beinah sieben Tage vor orakeltem Geburtstermin, 1:00h Ortszeit. Berlin schläft. Wir haben rein gefeiert, wie die jungen Leute so sagen. Gefeiert haben wir. Auf einem anderen Planeten. Wir nennen ihn Neukölln. Scherzhaft, so sind wir eben. Köln sieht in Wirklichkeit ganz anders aus. Nach sieben oder acht gefühlten Wochen Arbeitens am Limit schmeckte der Rioja nach Südsee-Urlaub, gar nach Wellness. Der rote Wein, jeden Cent scheint er wert. Hinter mir steht ein Kicker. Das ist immer ein gutes Zeichen. Aber dazu an späterer Stelle vielleicht mehr.

Auf dem Weg zum Taxistand. Hermannplatz. Ein Anruf. Blasensprung. Verwirrt. Fruchtwasser. Achso. 40 Minuten und alle Umwege und Tunnel dieser Stadt zwischen Neukölln und Wedding später bin ich vor Ort. Auf den Mythos Storchenparkplatz wetten wir nicht. Ich wette ohnehin nur noch selten. Habe ich mir abgewöhnt. Ergo laufen wir. Eingang Augustenburger Platz. Vorbei an der Kapelle. Mittelallee 9. Klinik für Geburtsmedizin. Der Fahrstuhl öffnet sich. Wir stehen davor. Ich bilde mir ein, der einsamste Ort der Welt es sei. Doch wie viele Menschen auf den Beinen sind. Wie viele von ihnen in Trauben, am Tropf, heimlich rauchend, mit Handys in Händen. Zirkus-Atmosphäre. Nein, so viel Leben hätte ich sonntagmorgens hier nicht erwartet. Zuckerstückchen an der Anmeldung. Und warm ist es. Tropisch. Ich denke an den Amazonas, an Ed Stafford, mein nie begonnenes Survival-Training. Ich bin verloren. Und viel zu warm eingepackt. Ob ich mein T-Shirt ausziehen könne, überlege ich noch. Es erscheint mir aber unangebracht.

Wartende Männer, wartende Frauen

Man hört Seufzen. Zwischen den Zimmern. Auf den Gängen. Frauen. Auf den schönsten Moment ihres Lebens wartend. Habe ich gelesen. Als Mann hege ich Zweifel. Mich beschleicht das Gefühl, das Wunder des Lebens, hier findet’s nicht statt. Keine Halbgötter in weiß in Sicht. Auch keine Engel. Nur manchmal meint man, man sähe Schattenspiele. Zwischen den Stationen. Hinter verschlossenen Toren. Vielleicht ist das Wunder des Lebens nur ein laufendes Band. In einem riesigen Krankenhaus. Nachts um halb zwei. Morgen für morgen kommt es zur Welt. Später erfahren wir, es gab in dieser Nacht weitere acht Geburten. Eine mehr als die sieben Weltwunder. Hebammen sah ich zwei. Plus zwei im Sinn vielleicht. Als späte Erkenntnis nehme ich mit, das Leben kommt. Mit aller Macht. Besonders nachts. Besonders am Leben ist, was man besonders daran macht. Dem neuen Leben. Dem allergrößten Schatz.

Männer gibt es auch. Sind Falschgeld, im Schlepptau. “Englishmen in New York” würde Sting sagen wäre er hier. Männer. Sie werden zu Schoßhündchen, zu Gepäck- oder besseren Liftboys. Manch männliches Gesicht scheint leer. Selbst Stationsärzte meiden den Ort. Wird einer gerufen folgt Stille. Zu sehen ist er nicht. Wie gut, dass man für einen Geburtsvorgang keinen Arzt braucht. Versichert man uns. Wir bewegen uns in Hebammen-Territorium. Ich füge mich. Ich werde Gepäckboy. Stelle mir vor, ich trüge eine rote Uniform. Mit Mütze. Ich drücke den Knopf. Damit kenn’ ich mich aus.

Und dann ist’s soweit

Dreißig Minuten. Auf Plastikstühlen. Geburtskarten lesen. Partiellen Chantalismus stelle ich fest. Die Symptome sind eindeutig. Eine weitere Stunde. Das CTG hat aufgrund einer leeren Farbkartusche die Aussagekraft einer Kristallkugel im Sommermorgen. Nur draußen kein Vogel in Sicht. Die dann und wann anwesende Hebamme überspielt’s, stellt fest: “Wir fahren besser sofort in den Kreißsaal!” Sie weiß, was sie macht. Ein einsamer Ort fühlt sich anders an, denk ich noch. Ob sie den Geburtssaal meint? Um 5:07h ist’s soweit. Ob ich die Nabelschnur durchschneiden wolle? Ich dachte, ich bin hier der Papa, nicht der Totengräber. Ich baue mich auf, haue meine Faust in den imaginären Amazonas-Strand und rufe: “Ihr Wahnsinnigen!” – verneine ganz leise. Meine gequetschten Finger habe ich für einen Moment vergessen.

Ein wenig verweilen. Bis die Arbeit ruft. Erwerbsleben. Dann eile ich wieder ins Klinikum. Zur Kleenen und ihrer Mutter. Sting komme heute später, heißt es noch im Schwesternzimmer. Ich beschließe, dann eben allein für die Kleene zu singen. Ohne Sting. Wir leihen uns den Kinderwagen. Auch, da wir kein Familienzimmer haben. Und wir der Nachbarin den Besuch ihrer Großfamilie gönnen. Zwei Tage später dann sind wir allein. Zuhause. Ich feile an meiner Gesangs-Einlage. Es ist der erste Dienstag im Monat. Wie damals. Am Informationsabend. Es schließt sich der Kreis. Dem aber werde ich erst viel später gewahr.

 

Vielleicht bin ich der Neue hier. So schön ist’s hier zu sein. Ich freu mich wirklich sehr. Tobias mein Klarname. Freunde sagen Johnny. Oder Tobi. Ich bin seit 2001 mit dem Wedding verbunden. Kurzzeitig trieb ich mich in Mitte-Mitte herum. Das ist aber schon wieder lange her. Seit wenigen Monaten nun bin ich Vater einer echten Weddingerin. Sowas verbindet. Tief. Ich schreibe am liebsten über meine Kleene. Als Papa-Blogger. Unter http://weddingerberg.de Und über meinen Kiez. Afrikanisches Viertel. Und alles, was daran angrenzt. Natürlich. Mein erster Artikel für den Weddingweiser war “Über Vergessen und Magie am Eckernförder Platz”. Hier nun sozusagen Episode 01. Wie alles begann.


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Leopolds Erfindung

Tapes from Africa - Fri, 2014-07-18 06:30

Als ein an der Geschichte interessierter Mensch machte ich mich heute im Märkischen Museum auf die Suche nach Anknüpfungspunkten zum Wedding. Ja, ich wurde fündig und zwar im Keller, dort wo das Beil eines Schafrichters und allerlei historische Folterwerkzeuge wie z.B. Daumenschrauben versammelt sind. Neben mittelalterlichen „Lästersteinen“, die zänkischen Frauen mit Ketten um den Hals gehängt wurden oder den Schandmasken für Ehebrecher, findet unser „Leo“, nach dem der Leopoldplatz benannt ist, auch eine Erwähnung. Nun wissen wir, dass Leopold von Fürst von Anhalt-Dessau nicht im Mittelalter, sondern von 1676 bis 1747 lebte. Seine letzten Jahre fielen in eine Zeit, in der Friedrich der II. – auch Friedrich der Große genannt – den Preußischen Thron bestieg.

Die Heldentaten von Leopold sind bekannt und schnell erzählt, so siegte er in den Schlachten bei Turin, Malplaquet und Höchstädt – danach sind die Straßen am Leopoldpatz benannt. Er verbesserte die Effizienz der Handfeuerwaffen, darüber hinaus machten seine Reformen das Heer zum Schlagkräftigsten Europas und Preußen zur bedeutenden Militärmacht.

Hier im Museum lernte ich nun den kreativen Leopold kennen. Er reagierte mit einer bahnbrechenden Erfindung auf das Verbot der Folter, das Friedrich der Große bei seinem Amtsantritt im Jahre 1740 verfügte. Viele Zeitgenossen hatten damals Angst, dass es nun nicht mehr zu Verurteilung von Straftätern kommen würde. Um hier Abhilfe zu schaffen, erfand Leopold den „Dessauer Trog“, dessen Existenz für Berlin, Spandau und Bernau belegt, und von dem ein Original im Museum vorhanden ist.

Dabei handelt es sich um einen ca. 2 Meter langen ausgehöhlten Baumstamm, mit einer geschmiedeten Fußfessel. Hier hinein wurde der Delinquent an Armen und Beinen gefesselt gelegt. Oben mit einem Deckel bedeckt, war er jeder Bewegung beraubt. Er habe dann so lange darin gelegen, bis er die Tat gestanden hätte. Dies habe schon einmal mehrere Tage gedauert, so die Chronisten der Zeit. Die schlimmsten Peiniger seien aber die Insekten gewesen, deren sich der Gefangene nicht hätte erwehren können.

Bei der Neugestaltung des Leopoldplatzes vor einigen Jahren blieb keine Zeit, die Leistungen von Prinz Leopold von Anhalt-Dessau zu würdigen. Damals überlagerte die Lösung sozialer Problem das Geschehen. Vielleicht kann man nun, mit einem kleinen zeitlichen Abstand, eine kleine Tafel erstellen, mit etwas Text und einem Bild dieses interessanten Exponates. Die Tafel könnte dann an einer der schönen Schinkel-Leuchten in der Nähe der Alten Nazarethkirche angebracht werden. Vor allem zur Information der auswärtigen Gäste, die ja jetzt gerne auf dem neu gestalteten Leopoldplatz verweilen…

 

Text/Foto: Eberhard Elfert 

Mehr Infos über Leopold


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Handel im Wandel: 45 Jahre Reichelt an der Müllerstraße

Tapes from Africa - Thu, 2014-07-17 05:56

Konkurrenz belebt das Geschäft, heißt es. Doch wenn sich auf 100 Metern Müllerstraße mit Kaufland, Real, Aldi, Lidl und Reichelt fünf Supermärkte befinden, kann das nicht lange gut gehen. Da kommt es darauf an, sich von seinen Mitbewerbern  zu unterscheiden….

Reichelt eröffnete vor 45 Jahren im Mai 1969 seine Tore an der Müllerstraße. Der 1.400 Quadratmeter große Vollsortimenter wird seit mehr als zwei Jahren von Christian Schröder geleitet. Für Tradition und eine langfristige Standortpolitik könnte auch die Vita des 38-jährigen Einzelhändlers stehen, der schon bei Reichelt gelernt und seither ununterbrochen für das Berliner Traditionsunternehmen arbeitet. „Mit 15.000 verschiedenen Produkten, wie z.B. unser sehr breites Bio-Sortiment, glutenfreie, laktosefreie Lebensmittel und unser mittlerweile deutlich ausgebautes Sortiment an fleischfreien Nahrungsmitteln unterscheiden wir uns eindeutig von unserer Konkurrenz. Unsere bis 20 Uhr geöffnete Bedientheke bietet eine große Auswahl an besten Fleisch- und Wurstartikeln, die aus unserem eigenem Fleischwerk stammen und aus kontrollierten regionalen und deutschen Zuchtbetrieben kommen”, erklärt Christian Schröder.

Die Bedeutung von Weddings wichtigster Einkaufsmeile könnte im Berliner Leben wieder zunehmen -  der Wedding entwickelt sich zu einem aufstrebenden und kulturell wichtigen Stadtteil, glaubt Christian Schröder. Neben der langfristig gewachsenen Stammkundschaft kämen immer mehr jüngere Kunden ins Haus, die das große Bio-Sortiment, die vielen vegetarischen Produkte und die wachsende Auswahl an Biersorten schätzen. Gerne dürfen Fleisch, Erdbeeren, Spargel, Eier und Milchprodukte aus der Region kommen – die einzige Weddinger Reichelt-Filiale bietet außerdem Berliner Manufakturen wie Florida-Eis, Paletta’s Eis, Fruchtwerk (Proviant), Schilling-Spirituosen, Berliner Honig, verschiedenste Berliner Biere und Limonaden sowie Blattgold-Dressings aus der Kameruner Str. ein Plätzchen in ihren Kühltheken und Regalen. Das kann Reichelt flexibel einrichten: „Wir gehören seit 1995 zum genossenschaftlich organisierten EDEKA-Verbund“, sagt Christian Schröder. „Wir können uns aber besser als die großen Ketten an Kundenwünsche vor Ort anpassen.“ So können lokalpatriotische Kunden an einem Samstag beispielsweise die im Wedding entwickelten Biere der Berliner Bierfabrik (ehemals beer4wedding) verkosten.

Ein großer Unterschied zu den Mitbewerbern vor Ort dürfte auch die langjährige Bindung des Handelsunternehmens an seine eigenen Mitarbeiter sein. Nicht selten kommt es vor, dass jemand sein 25- oder 40-jähriges Betriebsjubiläum feiert. 28 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt Christian Schröder im Wedding. Anders bei den großen, international operierenden Konzernen handelt es sich um reguläre Beschäftigungsverhältnisse. Daran will Christian Schröder weiterhin festhalten, und auch keine ständig neuen Gesichter im Laden zeigen. Die Kassierer bemühen sich um möglichst kurze Wartezeiten, an der Wursttheke ist der Stammkunde schnell im Gespräch und in der Thürmann-Bäckerei in der Filiale bekommt man auch heute noch  handwerklich produzierte und in bester Qualität hergestellte Backwaren. Die Zeiten, in denen Reichelt nur für das gehobene Preissegment stand, sind vorbei – heute gibt es auch über 1000 Artikel der EDEKA-Discountmarke.

Die Konkurrenzsituation hat sich in der oberen Müllerstraße seit der Eröffnung der neuen “Müllerhalle” im vergangenen Dezember verschärft. Davon lässt sich Christian Schröder allerdings nicht entmutigen: “Es gehört zum Handel dazu, dass sich der Markt ständig ändert und sich neue Herausforderungen ergeben.” Die relativ geringe Größe der Traditionsfiliale sieht er dabei als Vorteil: „Der Trend geht weg von den großen Märkten, die sich mittlerweile selber im Weg stehen.“ Und bei einer Bevölkerung, in der es, wie hier in Berlin, viele Single-Haushalte gibt und Familien, die ihren Einkauf in einer kürzeren Zeit abwickeln wollen, sind kurze Wege und ausreichend Verkaufspersonal ein immer wichtiger werdender Faktor. Für Kunden, die ihren Einkauf etwas entspannter angehen möchten, wurde der ehemalige Aufbackbereich für Brötchen in ein schickes Café umgewandelt, wo sich alt wie jung vor oder nach dem Einkauf hinsetzen und eine Tasse Kaffee oder Tee und ein leckeres Gebäck genießen können. An den Wänden hängen Schwarz-weiß-Fotos– und da kann Reichelt aus dem Vollen schöpfen, natürlich aus den Anfangsjahren des 1903 gegründeten Berliner Stammhauses…

 

 


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Wedding am Wasser: Die Panke

Tapes from Africa - Wed, 2014-07-16 10:10

 

 

Der “Panke-Balkon” seit 2014 an der Uferstr.

Janz draußen an der Panke Hab ich mein kleenes Haus Davor steht eene Banke da ruh ich abends aus Da kommt mir manch Jedanke seh ich det Flüsscken ziehn Ganz leise gluckst die Panke Die heimatliche Panke …*

Der Fluss Panke, so sehr er auch mit Abwässern und Müll verschmutzt, in Rohre verlegt und später als schnurgerader Kanal wieder freigelegt wurde, ist repräsentativ für das volkstümliche, ärmliche Berlin. Genau hier kann, wer Spuren lesen kann, noch viel aus der Industriegeschichte und der Arbeiterbewegung des „Roten Wedding“ erkennen.

Das Gebäude rechts ist die Pankemühle

Das Schicksal der Panke hängt direkt mit der Industriegeschichte des Berliner Nordostens zusammen. Schon seit dem Mittelalter wurden unsere Flüsse für Mühlen genutzt. Die Panke mit ihren 40 Metern Gefälle auf gut 30 Flusskilometern (also durchschnittlich ein Meter Gefälle pro Kilometer) kommt aus der Barnim-Hochfläche. Dieses Gefälle ist beachtlich für einen Tieflandsfluss und so bot sich die Anlage von Mühlen geradezu an. Ein steinerner Zeitzeuge ist die Mühle an der Badstraße, deren letztes Mühlgebäude noch heute von der Travemünder Straße mitsamt einem aufgemalten Mühlrad entdeckt werden kann. Die östliche Uferstraße ist ein zugeschütteter Seitenarm der Panke, der für den Mühlstau abgezweigt worden war. Der Müller, der nicht nur mit seinem Mahlrecht über große Macht verfügte, sondern auch noch die niedere Gerichtsbarkeit unter sich hatte, konnte das Pankewasser zu Ernte- oder Mahdzwecken ablassen. Im 18. und 19. Jahrhundert begannen manche Müller, Ausschankwirtschaften als Nebenerwerb zu betreiben. Daraus entwickelte sich zum Beispiel an der Badstraße, in direkter Nachbarschaft zu der Gesundbrunnen-Heilquelle, ein volkstümliches Vergnügungsviertel rund um die Panke-Mühle. Die Fassade der Bibliothek am Luisenbad mit der „Kafé Küche“ erinnert noch heute an das größte Etablissement, das sogar einen Festsaal, einen Biergarten und sogar ein Schwimmbad besaß.

(Quelle: panke.info)

In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann sich Berlin zu einem Zentrum der Maschinenbauindustrie zu entwickeln. Aus der Königlichen Eisengießerei, die ebenfalls aus einem Mühlenstandort an der Invalidenstraße hervorgegangen war, kamen die ersten beiden Dampflokomotiven Deutschlands. Rund um diesen Betrieb siedelten sich immer neue metallverarbeitende Betriebe an, bis um 1845 etwa 3000 Menschen dort beschäftigt waren. Die Gegend hieß wegen des vielen Rauchs, der aus den Schloten kam, im Volksmund Feuerland. Die großen Berliner Metall- und Maschinenbaubetriebe wie Schwartzkopff, Egells und Borsig zogen später an andere Standorte am Stadtrand, an der Stelle der Königlichen Eisengießerei befindet sich heute das Bundesverkehrsministerium.

Aber auch andere Wirtschaftszweige siedelten sich an der Panke an, weil sie den Fluss für ihre Abwassereinleitung brauchten. So zählte man im Jahr 1882 23 Gerbereien, dazu noch Leimsiedereien, Knochensiedereien und zwei Papierfabriken an der Panke. Allein für das Gerben wurden täglich 500 Eimer Hundekot benötigt, was zu einer enormen Geruchsbelästigung und Gewässerverschmutzung führte. Der Berliner Volksmund prägte daraus völlig zu Recht den Begriff “Stinkepanke“. Kein Wunder, dass der Fluss so weit wie möglich aus dem öffentlichen Bewusstsein gedrängt wurde. Es ist leicht vorstellbar, mit welcher Seuchengefahr die Panke-Anwohner leben mussten. Der Berliner Stadtbaurat James Hobrecht hatte eine Idee durchgesetzt, um die Abwasserprobleme Berlins auch aus Gründen der Volkshygiene zu lösen. Die Abwässer wurden zunächst in einem Ringsystem gesammelt und mit Dampfmaschinen in den höher gelegenen Nordosten Berlins gepumpt. Allerdings wurden die so angelegten Rieselfelder wieder über die Panke entwässert…

Abspannwerk und BAYER AG

Die Gerbereien und Rieselfelder sind schon lange Geschichte, aber es gibt auch noch andere Industriebetriebe an der Panke, die erwähnt werden sollten. Noch heute steht die Produktionsstätte und der Verwaltungssitz der Bayer AG an der Pankemündung. Die Firma wurde 1872 gegründet und war als “Schering AG” lange Zeit einer der bedeutendsten Arbeitgeber Berlins, bis die Firma 2006 von der Bayer AG übernommen wurde.

Der Druckmaschinenhersteller Rotaprint war der Pionier des Kleinoffsetdrucks und bis zum Konkurs 1989 am Pankeufer ansässig. Große Teile des Firmengeländes nahe der Weddinger Uferstraße sind heute abgerissen. In den verbliebenen, zum Teil denkmalgeschützten Gebäuden hat sich mit “Ex Rotaprint” eine neue, kleinteilige Nutzung etabliert.

Bei der verfallenen und zugewucherten Fabrikanlage zwischen der Gerichtstraße und der Ringbahn handelt es sich allerdings ausnahmsweise um keinen Industriebetrieb. Vielmehr befand sich in der als „Wiesenburg“ bekannte Kriegsruine ein Obdachlosenasyl. Im Gegensatz zu anderen Wohlfahrtseinrichtungen verzichtete man in der “Wiesenburg” auf christliche Mission und ließ selbst der Polizei keinen Zutritt. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude mit ihren an die Industriearchitektur erinnernden Sheddächern zum Großteil zerstört.

Rund um die Pankemühle an der Badstraße sind heute noch Reste der Tresorfabrik Arnheim zu finden. An der Badstraße selbst steht das beeindruckende Wohnhaus für Fabrikarbeiter mit seiner markanten roten Farbe. Bis hin zur Osloer Straße erstrecken sich die zum Teil erhaltenen Sheddachhallen der Fabrik. In den “Pankehallen” haben sich seit einigen Jahren Bildhauerwerkstätten etabliert; die Gebäude werden vom Berufsverband der Bildhauer genutzt.In der Zündholzmaschinenfabrik Roller in der Weddinger Osloer Straße, die in den 1970er Jahren ihre Produktion einstellte, befindet sich seit über 30 Jahren ein soziokulturelles Zentrum “Fabrik Osloer Straße”, in dessen Mittelpunkt das Kindermuseum “Labyrinth” steht.

Die Pankemündung, Foto: D_Kori

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat der Bezirk Wedding aus Mitteln des Marshall-Plans einen durchgehenden Grünzug an der Panke anlegen lassen, der nach dem letzten Lückenschluss an der Ringbahnbrücke auf dem gesamten Unterlauf des Flusses begehbar ist. An der Wiesenstraßenbrücke steht ein Findling, der an den “Blutmai” im Jahr 1929 erinnert. Heute kaum vorstellbar, dass an diesem idyllischen Flussabschnitt Mietskasernen standen, deren Bewohner kommunistisch wählten. Rund um den 1. Mai kam es 1929 zu Ausschreitungen, bei denen durch den Schusswaffeneinsatz der preußischen Polizeikräfte über 30 Menschen starben. An den “Roten Wedding”, dessen Herz hier schlug, erinnert außer dem Stein und einem Lied von Hanns Eisler und Erich Weinert nichts mehr – die Häuser wurden nach dem Krieg durch gesichtslose Mehrfamilienhäuser ersetzt.

* komponiert von Fredy Sieg


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13/09/12 : My New Blog/Mon Nouveau Blog...

aduna blog - Thu, 2012-09-13 07:00
My New Blog/Mon Nouveau Blog
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Brand New Wayo: Funk, Fast Times & Nigerian Boogie Badness 1979-1983

Naija Jams - Mon, 2011-06-06 20:37

Our friends over at Comb and Razor have dropped an amazing debut compilation, complete with 80 page mini-magazine. If Dizzy K, Kris Okotie and Bayo Damazio ring bells, this is definitely for you. Watch the video below then head over to combandrazor to find out more.

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Tribute to Bob Marley: Spin the Globe playlist for 5 February 2010

Soundroots World Music - Fri, 2010-02-05 21:43
An hour of global cover songs started off the show, celebrating the musicianship and life of reggae icon Bob Marley, who would have turned 65 tomorrow. Not your regular reggae show...one listener even described it as "trippy." Plus new releases and more in the second hour. Congrats to the listeners who won the CD and ticket giveaways this week.

Global Reggae-Tribute to Bob Marley: Spin The Globe playlist for 5 February 2010
as heard on radio KAOS, 89.3 FM



Listen/download for a limited time at: soundroots.podomatic.com
More show info at spintheglobe.earball.net

Hour 1
Dhol Foundation  -  Colours of Punjab (theme)  -  Big Drum Small World
Ojos de Brujo  -  Get Up Stand Up  -  Backspin
Yeshe  -  No Woman No Cry  -  World CitiZen
Yat-Kha  -  Exodus  -  Re-Covers
African Showboyz  -  Three Little Birds  -  Spiritual Song
Ruia & Ranea  -  Maakona Tamaroto (Satisfy My Soul)  -  Waiata of Bob Marley
Nenes  -  No Woman, No Cry  -  Cover the World
Liam Teague  -  Jammin’  -  Impressions
Joshua Lebofsky  -  Redemption Song  -  Play a Little Prayer
Karamelo Santo  -  So Much Trouble in the World  -  El Baile Oficial
Wyclef Jean  -  No Woman No Cry  -  The Score OST
Ruia  -  Koingo Atu Nei Kia Koe (Waiting in Vain)  -  Nehenehe Nui

Hour 2
Them Mushrooms  -  Tribute to Bob Marley  -  Kazi Ni Kazi
Bob Marley  -  One Love/People Get Ready  -  Legend
Tommy T  -  East-West Express  -  The Prester John Sessions
SambaDa  -  Sangue African  -  Gente
Soweto Gospel Choir  -  O’Nkosi Yam  -  Grace
Jerry Leake  -  Geo  -  Cubist
The Erev Ravs  -  Naphtaly’s Freylach  -  advance single
Farafina  -  Nening  -  Kanou
Rag Dharma  -  Rag Jog (excerpt)  -  Live at the Mark
Mahotella Queens & Ulali  -  Ma’ Africa  -  1 Giant Leap
Bakithi Kumalo  -  African Mountain  -  In Front of My Eyes
Buena Vista Social Club  -  Chan Chan  -  World Circuit Presents…


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Free trip to see FELA!

Soundroots World Music - Thu, 2010-02-04 22:32
No, SoundRoots isn't setting you up with a journey to the Great Beyond to converse with the late great father of Afrobeat. But Afropop Worldwide has the next best thing: a contest that will result in two people receiving airfare to New York, a hotel stay, and tickets to the Broadway musical FELA!
Is it a good show? I haven't seen it, but Ben Brantley's review in the NYT begins thusly:

There should be dancing in the streets. When you leave the Eugene O’Neill Theater after a performance of “Fela!,” it comes as a shock that the people on the sidewalks are merely walking. Why aren’t they gyrating, swaying, vibrating, in thrall to the force field that you have been living in so ecstatically for the past couple of hours?

And since the contest is free to enter, you should head over to Afropop.org where you can get more details and enter right up through Valentine's Day.

Seun Kuti talks about FELA!
And a little glimpse of the show itself:





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Thu, 1970-01-01 00:00
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